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Das Fernglas

So langsam steigt das Interesse wieder an diesem schönen optischen Gerät. Jedoch bleibt es machmal dann doch zu Hause liegen, weil es groß und schwer ist. Dann hat man wohl die falsche Wahl getroffen. Welche die Richtige ist, erfahren Sie hier.

Wie überall gibt es auch bei den Ferngläsern zwei Grundtypen:
  • Porroprismenglas
  • Dachkantprismenglas
Zunächst einmal eines vorweg: Es gibt absolut keinen Qualitätsunterschied zwischen diesen beiden Bauarten. Es ergibt sich ganz einfach nur durch die Anforderungen, die das Fernglas erfüllen soll, für welche Bauart sich der Hersteller entschließt. So sind kompakte und kleine Ferngläser besser für die Dachkantprismenform geeignet und für große lichtstarke Gläser eignet sich die Porroprismenform eben besser.

links: Dachkantprismen; rechts: Porroprismen
Hier sind die beiden Fernglastypen abgebildet. Links ist das Dachkant- und rechts ist das Porroprismenglas zu sehen. Das Porroprismenglas kommt dem allgemeinen "Bild" von einem Feldstecher, wie das Fernglas auch gerne genannt wird, am nächsten.
Stellt sich jetzt die berühmte Frage, welches Fernglas sollte es denn bitte sein ?



Wenn Sie anfangen sich für Ferngläser zu interessieren, dann werden Sie gleich über eine Art "Rechenaufgabe" stolpern. Da steht auf jedem Fernglas: 8x30, 7x50, 7x50, 8x21, 10x25 usw. Nun möchten die Hersteller nicht die Ergebnisse vob Ihnen wissen, sondern hier handelt es sich um die technischen Daten des Fernglases, mit denen man alles anderes (und jetzt kommt es) errechnen kann.
Nein keine Angst es wird nicht hoch wissenschaftlich, aber wenn man heraus finden möchte welches Fernglas zu einem passt, sollte man folgendes wissen.
Besonders Freunde der Natur beobachten auch einmal in der Dämmerung und die Sternfreunde unter uns sogar in der Nacht. Dafür muss das Fernglas in der Lage sein viel Licht zu sammeln und das geht nur über einen großen Durchmesser des Ojektives. Dies ist immer die Zahl hinter dem x in mm. Die Zahl vor dem x ist immer die Vergrößerung, die das Fernglas erreicht.
Es müsste eigentlich so da stehen:
  • 8x 30mm
Also steht 8x für die Vergrößerung und die 30 für den Durchmesser des Objektives in Millimeter. Mit diesen beiden Angaben, Vergrößerung (=V) und dem Durchmesser (=D) läßt sich die Lichtstärke (=L) berechnen.


L = (D : V)2

30 : 8 = 3,75 x 3,75 = 14,06

Das sieht jetzt schlimmer aus als es in Wirklichkeit ist. Jetzt haben wir aber den Wert der Lichtstärke eines 8x30 Fernglas errechnet und die Lichtstärke ist 14.
Je höher dieser Wert jetzt wird, desto Lichtstärker ist das Fernglas !

 

Lichtstärken der einzelnen Ferngläser

Fernglas Lichtstärke
8x21 6,8
10x25 6,25
8x30 14
8x40 25
10x40 16
7x50 50
10x50 25

Es fällt etwas ganz entscheidenes auf. Die Lichtstärke eines Fernglases wird in erster Linie von dem Durchmesser bestimmt. Jedoch ist die Vergrößerung ebenfalls entscheidend. So gibt es folgenden Merksatz: Steigt die Vergößerung an, so muss der Durchmesser im Verhältnis größer werden. Dies kann man sehr schön bei dem 7x50 und dem 10x50 in der Tabelle oben erkennen. Woran liegt das ?



In einem Fernglas haben wir im Prinzip zwei optische Systeme. Das Objektiv, das ein Bild im Brennpunkt bündelt und das Okular, welches das Bild wie eine Lupe vergrößert. Das Okular hat nämlich auch eine Brennweite. Hier liegt das gleiche Prinzip zu grunde, wie wir es auch bei astronomischen Teleskopen wieder finden. Also entsteht die Vergrößerung erst im Okular. Je kürzer die Brennweite des Okulares ist, desto kleiner auch die Vergrößerung und umgekehrt. Je länger die Brennweite des Okulars, desto größer die Vergößerung. Da bei der Kombination von langer Brennweite und relativen kleinen Durchmesser der Lichtaustritt kleiner wird, veringert sich aus die Lichtstärke. Der Lichtaustritt nennt man in der Optik die Austrittspupille. Diese Austrittspupille kann man auch wunderbar bei jedem Fernglas erkennen. Halten das Glas auf Armlänge von sich weg und gegen das Licht. Wenn Sie jetzt auf die Okulare schauen, sehen Sie zwei helle Kreise. Dies sind die Austrittspupillen. Sie sind auch der Knackpunkt. Denn nach der oben aufgeführten Formel haben nämlich alle Ferngläser mit gleicher Vergrößerung und Durchmesser  die gleiche Lichtstärke ! Und trotzdem gibt es bei gleicher Vergößerung und Durchmesser deutliche Unterschiede, wenn man durchschaut.

Das schöne bei einem Fernglas ist, dass man sich im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild davon machen kann. Erst beim Durchschauen lassen sich die Unterschiede erkennen. So hängt die tatsächliche Helligkeit des Bildes von der Lichtdurchlässigkeit (=Lichttransmission) der Optik ab. Jede Glas/Luftfläche ist mit einer Beschichtung versehen, die sich Vergütung nennt. Die Aufgabe dieser Vergütung ist es, Reflexionen innerhalb der Optki zu minimieren. Den derzeit besten Lichttransmissionswert hat die Firma Steiner mit sagenhaften 99,9 %. Auch läßt sich sehr schön an den oben schon erwähnten Austrittspupillen, der Verarbeitung des Glases erkennen. Sind diese richtig rund, dann ist (nahezu) alles okay. Gibt es aber Abschattungen, das die Austrittspupillen fast schon eckig erscheinen, dann ist Vorsicht geboten.

Die Qualität das Fernglases läßt sich an den Angaben von Vergrößerung und Durchmesser nicht ablesen. Sie dienen vielmehr als klare Angabe, was das Fernglas kann oder nicht kann. Wenn Sie ein Glas gerne bei der Wanderung mit nehmen und einen Blick auf die Lanschaft riskiere wollen, dann ist immer ein kompaktes Glas hervoragend geeignet. Sie sind klein und sehr handlich und für kurze Beobachtungen sehr gut geeignet. So ein Glas hat immer überall Platz, auch wenn man im Sommer nur wenig Taschen dabei hat. Ich nehme gerne mein kompaktes Glas, wenn ich zum Flughafen gehen um die Maschinen zu fotografieren. Es eigent sich dann um einen Überblick zu bekommen, was sich gerade auf dem Vorfeld so aller tut.
(Schauen Sie doch mal hier ´rein www.hbk-airtraffic.de ).

Die kompakten Ferngläser haben leider einen kleinen Nachteil. Dies betrifft das Sehfeld. Mit jedem Fernglas überschaut man ein gewisses Sehfeld und da gibt es wieder einmal eine etwas verwirrende Angabe:
  • 130/1000
  • oder 130m / 1000m

Das soll heißen, dass das Sehfeld auf einer Entfernung von 1.000 Meterm einen Durchmesser von 130 Meter umfasst. Das Sehfeld ist abhängig von dem Durchmesser des Objektives und der Brennweite des Okulars. Habe ich oben gesagt, dass gerade bei kompakten Gläser die Dachkantprisemen Bauform "besser" geeignet ist, so hat hier die Porroprismenform eindeutig seine Vorteile. Weil die beiden Objektives weiter auseinander liegen ermöglichen sie größere Durchmesser und damit auch ein größeres Sehfeld. Nebenbei sorgen weiter auseinander liegende Objektive auf für ein besseres plastisches Sehen und das auch auf größere Entfernung. Wer also auf wiklich sehr große Entfrernung noch Entfernungsunterschiede zwischen einzelnen Objekten ausmachen muss (Bundeswehr) brauch Gläser mit sehr stark getrennten Objektiven. Das sind wirklich spezielle Spezialbereiche, aber der Vollständigkeit halber sei es hier erwähnt.

Nun muss aber abschießend noch gesagt werden, dass auch kompakte Gläser schon über recht große Sehfelder verfügen, da es seit einigen Jahren Weitwinkel-Okulare gibt.

Bleibt nur noch eine Übersicht welches Fernglas wofür gut oder weiniger gut geeignet ist.

Fernglas Natur-
beobachtung
Reise /
Sport & Freizeit
Astronomie Tierbeobachtungen Seefahrt
Wassersport
8x21 ++ +++ - + +
10x25 ++ +++ - ++ ++
8x30 +++ ++ + +++ +++
8x40 +++ ++ ++ +++ +++
10x40
+++ + ++ +++ +++
7x50 ++ - +++ + +++
10x50 +++ - +++ +++ +++
(Diese Tabelle erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und dient nur zur Orientierung)

 
 
   
 
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